Bestattungsarten
Die Wahl der Bestattungsart ist eine der persönlichsten Festlegungen in einem Vorsorgevertrag. In Deutschland sind im Wesentlichen fünf Formen verbreitet, die sich in Ablauf, Ort und Kostenrahmen unterscheiden.
Erdbestattung
Die klassische Beisetzung im Sarg auf einem Friedhof. Üblich sind Wahlgrab, Reihengrab oder Familiengrab. Die Liegezeit ist je nach Friedhofssatzung unterschiedlich, in der Regel 20 bis 30 Jahre, mit Verlängerungsmöglichkeit. Die Erdbestattung ermöglicht einen festen Ort des Gedenkens, ist dafür tendenziell die aufwendigste und teuerste Form – vor allem wegen der Grabpflege über Jahre hinweg.
Feuerbestattung
Die verstorbene Person wird in einem Krematorium eingeascher; die Urne wird anschließend beigesetzt. Möglich sind:
- Urnenreihen- oder Urnenwahlgrab auf einem Friedhof, mit oder ohne Grabstein.
- Urnenwand (Kolumbarium) – Beisetzung in einer Nische einer Friedhofsmauer.
- Anonymes Urnenfeld – ohne gekennzeichnete Grabstelle.
- Bestattung im Friedwald – siehe Naturbestattung.
Feuerbestattungen sind in Deutschland mittlerweile häufiger als Erdbestattungen. Die laufenden Kosten für Pflege fallen geringer aus oder ganz weg.
Seebestattung
Beisetzung einer wasserlöslichen Urne in einem behordlich festgelegten Seegebiet, etwa Nordsee oder Ostsee. Eine Trauerfeier an Bord eines Bestattungsschiffes mit den Angehörigen ist möglich, ebenso eine stille Beisetzung ohne Begleitung. Statt einer festen Grabstelle erhalten die Angehörigen die Koordinaten und in der Regel eine Seekarte.
Anonyme Bestattung
Die Beisetzung erfolgt auf einem ausgewiesenen Gemeinschaftsfeld ohne namentliche Kennzeichnung. Ort und Zeitpunkt sind den Angehörigen oft nicht im Detail bekannt. Diese Form wird gewählt, wenn keine Grabpflege gewollt ist oder Angehörigen keine Pflicht aufgebürdet werden soll. Sie ist kostenmodest, lässt aber keinen konkreten Ort der Trauer.
Naturbestattung
Beisetzung der Urne im Wurzelbereich eines Baumes in einem ausgewiesenen Bestattungswald (Friedwald, Ruheforst). Die Liegezeit ist deutlich länger als auf herkömmlichen Friedhöfen, eine Grabpflege entfällt. Auch andere Formen – Almwiesen, ausgewiesene Gemeinschaftsanlagen – sind regional verbreitet.
Vergleich auf einen Blick
| Art | Ort der Beisetzung | Grabpflege | Kostenrahmen |
|---|---|---|---|
| Erdbestattung | Friedhof, Sarg im Erdgrab | Über Jahre/Jahrzehnte | hoch |
| Feuerbestattung (Urnengrab) | Friedhof, Urnengrab | Reduziert | mittel |
| Seebestattung | Festgelegtes Seegebiet | Keine | mittel |
| Anonyme Bestattung | Gemeinschaftsfeld | Keine | niedrig |
| Naturbestattung | Bestattungswald | Keine | mittel |
Konkrete Voraussetzungen und Kosten unterscheiden sich nach Bundesland und Friedhofsträger. Die jeweilige Friedhofssatzung legt zusätzlich fest, welche Sarg- oder Urnenmaterialien zugelassen sind und welche Liegezeiten gelten.
Häufige Fragen
- Was ist die günstigste Bestattungsart?
Die anonyme Urnenbestattung ist in den meisten Regionen die kostenmodest Option – ohne Grabstein und ohne Grabpflege. Realistische Gesamtkosten liegen bei rund 1.500 bis 2.500 €.
Eine detaillierte Aufschlüsselung steht auf der Seite Kosten.
- Welche Bestattungsart wählen die meisten Menschen?
In Deutschland überwiegt seit Jahren die Feuerbestattung – etwa 70 % aller Bestattungen sind Urnenbestattungen.
Innerhalb dieser Gruppe ist die klassische Urnenbeisetzung im Reihen- oder Wahlgrab am weitesten verbreitet, gefolgt von Beisetzungen im Friedwald oder Ruheforst.
- Was ist eine Naturbestattung im Friedwald?
Bei einer Naturbestattung wird die Urne im Wurzelbereich eines Baumes in einem ausgewiesenen Bestattungswald beigesetzt. Es gibt keinen Grabstein und keine Pflege – die Stelle bleibt naturbelassen.
Anbieter wie Friedwald oder Ruheforst betreiben in Deutschland mehrere Hundert solcher Wälder.